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Bad Tatzmannsdorf

Vor vielen Jahrhunderten lebte in Oberwart ein fremder Arzt, dessen Wunderkuren in der ganzen Umgebung bekannt und berühmt waren. Niemand wußte um das Geheimnis des Wundermittels, das er seinen Kranken eingab. Der Alte aber wanderte in finsteren Nächten verstohlen zu einer Quelle, die im Sumpfgebiet von Jormannsdorf aus dem Boden sprudelte, füllte die mitgebrachten Gefäße mit dem heilkräftigen Wasser und gab seinen Patienten davon zu trinken.
Kein Mensch hatte ihn bisher bei seinem Tun beobachtet. Wohl hatte man hie und da bei der Quelle zur Nachtzeit ein Licht flackern sehen, aber die Gegend galt als verrufen, und die Leute meinten, nächtlicher Spuk treibe dort sein Wesen. In der Nähe von Oberwart bestand damals ein Bergwerk. Da kam auch ein junger Bergmann aus Deutschland hierher, der die Gegend abstreifte, um erzhaltiges Gestein zu finden. Auf seinen Wanderungen verirrte er sich einmal und wurde in dem sumpfigen Tal von Jormannsdorf von der Nacht überrascht.

Während er sich abschickte, unter einem Busch sein Nachtlager aufzuschlagen, sah er unweit der Stelle ein Licht leuchten. Neugierig schlich er näher und bemerkte einen alten Mann, der aus einer Quelle Wasser schöpfte. Als der Alte sich entfernt hatte, bedeckte der Bergmann die Quelle mit grünen Zweigen und knickte einige Aste der umstehenden Bäume, um die Quelle am nächsten Tag wieder zu finden. Am andern Morgen füllte er eine Flasche mit dem Quellwasser und gab einem erkrankten Bergmann davon zu trinken. Der Mann wurde gesund und konnte wieder seiner Arbeit nachgehen.


Doch nicht nur diese eine Quelle, eine zweite, weit ergiebigere, wurde gefunden, und dies geschah so:
In alter Zeit breitete sich dort, wo heute Bad Tatzmannsdorf liegt, ein weiter See aus. Am Rand des Sees sprudelte am Fuß einer alten Erle eine Quelle aus dem Boden, deren Wasser den See speiste. Einmal hütete ein Hirte seine Schweine, die alle krank waren, in der Nähe der Quelle. Er trieb die Tiere an die Quelle zur Tränke, und die Schweine wurden in kurzer Zeit gesund. Die Nachricht von der Wunderkraft der Quelle verbreitete sich bald in der Umgebung; von weit und breit kamen die Bauern zum See, um Heilung von ihren Leiden zu finden, und das führte zur Gründung von Tatzmannsdorf.

Die erste urkundliche Erwähnung der Sauerquellen fand 1621 in der Regensburger Chronik statt. Im Jahre 1650 errichtete ein Arzt namens Johannes Rauch ein Badehaus, welches den Beginn des geregelten Badebetriebes ermöglichte. Graf Ludwig Batthyany erwirbt 1752 das Bad und leitet Kurphasen ein.
Die erste wissenschaftliche Untersuchung des Mineralwassers wurde von Dr. Ignaz Wetsch durchgeführt. 1795 wird ein neues Brunnenhaus errichtet welches den Namen "Tempel der Genesung" erhält. Im Jahre 1863 wird mit Hilfe des Grafen Franz Batthyany Bad Tatzmannsdorf (damals Tarcsafürdö) zum bedeutendsten Kurort der ungarischen Reichshälfte. Erst im Jahr 1889 wird mit der Entdeckung des Moores die Moortherapie eingeführt.


Im selben Jahr in dem der erste Weltkrieg sein Ende findet, nämlich 1918 wird die Kurbad Tatzmannsdorf AG errichtet. 1964 findet die Erbohrung der Marienquelle statt. Weiters wird mit den Trockgasbädern begonnen. 1979 wird das neue Kurmittelhaus erbaut. Im Jahre 1984 wird der österreichische Staatswappen verliehen. Vier Jahre später wird die Erbohrung des Thermalwassers durchgeführt. 1994 eröffnete das Kur- & Thermenhotel Bad Tatzmannsdorf.


 
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